Gamefest am Computerspielemuseum

Gamefest am Computerspielemuseum mit kleiner Retro-Börse, 08.-13. April 2014 in Berlin

Im April 2014 wird Berlin erneut zum Mekka der deutschen und internationalen Gamesszene: Vom 8. bis 13. April 2014 findet die INTERNATIONAL GAMES WEEK BERLIN statt. Sie tritt in die Fußstapfen der vom Medienboard Berlin-Brandenburg vor sieben Jahren initiierten Deutschen Gamestage und verfolgt mit einer neuen Organisationsstruktur die Ziele, internationaler zu werden und die Publikumsevents stärker zu betonen.

Fester Bestandteil ist seit 2013 das vom Computerspielemuseum in Kooperation mit der Stiftung Digitale Spielekultur veranstaltete Gamefest am Computerspielemuseum - DAS "Volksfest" für Gamer, Familien, Retro-Fans und Kultur-Interessierte. Seine Rolle im Rahmen der INTERNATIONAL GAMES WEEK BERLIN ist es, einem breitem Publikum die Spannbreite digitaler interaktiver Unterhaltungskultur näher zu bringen.

Am Samstag dem 12. April 2014 findet von 11:00 bis 18:00 Uhr in diesem Rahmen auch eine kleine Retro-Börse statt. Nachdem die Börse im letzten Jahr direkt vor dem Computerspielemuseum unter freiem Himmel stattfand, ist der Veranstaltungsort der diesjährigen Ausgabe die ehemalige Karl-Marx-Buchhandlung gegenüber dem Computerspielemuseum.

Das Rahmenprogramm für die Retro-Börse:

13:00 Uhr: Präsentation Nachbau des ersten Pong-Automaten und Übergabe an Computerspielemuseum
Wolfgang Nake präsentiert seinen Pong-Nachbau, der als BUS-system für eventuelle Erweiterungen designed ist. Die Funktionen werden dabei hauptsächlich durch Logik-Gatter der 3 Grundfunktionen UND, ODER und NEGATION realisiert, zusätzlich kommen nur einige zusätzliche Zähler-, Bitspeicher- und Timer-IC's zum Einsatz.
Das originale Pong ist im Gegensatz zu zahlreiche Software-Emulationen des Spiels kein simples "ping-pong", sondern bietet unter anderem unterschiedliche Abprall-Winkel und Ballgeschwindigkeiten für ein lebhafteres Spiel. Der (technisch) originalgetreue Nachbau steht hier aber auch für eine mögliche Bewahrungsstrategie für klassische Videospiele: Nachbau und Rekonstruktion, anstatt Emulation.
Wolfgang Nake im Gespräch mit Andreas Lange (Direktor des Computerspielemuseums), mit anschließender Übergabe an das Museum.

14:00 Uhr: Werkstattbericht zur Videospielgeschichte der DDR
Um die Erfindung und Produktion von Videospielen der DDR ranken sich viele Legenden, doch umfassend erforscht und beschrieben wurde diese Geschichte bisher noch nicht. Dies hat sich die Gruppe mediengeschichten zur Aufgabe gemacht.
Dabei geht es um eine Dokumentation der technischen Apparate, aber auch um die Politik, die Geschichten und Menschen dahinter. Was erzählen die Objekte über den Stand der Technik in den 1970er und 80er Jahren, über die Zielgruppe, das Verständnis von Spiel oder auch die Wirtschaftspolitik in der DDR?

Im Fokus der Forschungen stehen bisher die Spielkonsole Bildschirmspiel 01 (produziert von 1979-1981 in Frankfurt (Oder)) und der Videospielautomat Poly-Play (produziert von 1985-1989 in Karl-Marx-Stadt). Anhand von Dokumenten, Aussagen von Zeitzeugen, Bildern von Personen, Techniken und Orten sowie deren Beziehung zueinander sollen die Geschichten sichtbar erzählt werden. Bei dieser Arbeit hat mediengeschichten gute Erfahrungen mit einem Netzwerk von Experten, Sammlern, Zeitzeugen, Archivaren und Interessierten gemacht und freut sich auf einen regen Austausch.

Im Rahmen der Retrobörse stellt mediengeschichten den aktuellen Forschungsstand sowie Ideen für Formate zur Vermittlung der Geschichte in einem Werkstattbericht vor. Weitere Infos und Kontakt: www.mediengeschichten.de

15:00 Uhr: So spielt das Leben - Convays "Game of Life" als Spiel & Ernst
Das berühmte "Game of Life" stellt eine Implementierung der Theorie "zellulärer Automaten" dar, die schon in der Frühgeschichte des Computers aufgestellt wurde. In ihm überschneiden sich mathematische Spieltheorie, Informationstheorie, Speichertheorie und fragen der Künstlichen Intelligenz ... aber eben auch des Computerspiels, das in sich all diese Theorien enthält. Deshalb lohnt es sich auch, einen Blick auf die faszinierende Geschichte des "Game of Life" zu werfen, wie es 1970 vom britischen "Spaß-Mathematiker" mit seinen einfachen Spielregeln für Computer entworfen wurde. Dieses Spiel ist nun noch einmal im Rahmen eines Programmierkurses an der Humboldt-Universität programmiert worden - wiederum mit einem "Mehrwert" an (Be)Deutungen. Damit sollte unter anderem gezeigt werden, was man mit einfachsten Computern der 1980er-Jahre alles machen kann, obwohl in deren Handbüchern das Gegenteil steht. Hilfreich ist dazu die moderne Technik. Das Spiel wird in seiner Geschichte vorgestellt und in seiner Funktion auf einem emulierten Computer vorgeführt.

Zum Referenten: Stefan Höltgen (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medientheorien der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität. Dort forscht er über alte Computer und Spiele, unterrichtet Programmiersprachen und Medientheorien. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit Retrocomputern ist er auch als Chefredakteur für das RETRO-Magazin verantwortlich und sammelt und restauriert alte Computer. Informationen: www.computerarchaeologie.de

16:30 Uhr: Konzert Tronimal (ex Low Bit Revolte)
Puristischer elektronischer Sound direkt aus dem GameBoy, teilweise mit Texten veredelt, es lässt sich nur schwer beschreiben. In diesem Fall kann nur anhören Abhilfe schaffen. Eins ist sicher, es erweckt viele Erinnerungen zu neuem Leben. Man ist überrascht wie erstaunlich gut ein GameBoy klingen kann. Tronimal, zuvor unter dem Namen Low Bit Revolte aktiv, kommt aus Wuppertal und macht seit 2008 auf diese skurrile Art und Weise Musik. Er arbeitet nicht nur mit dem allseits bekannten Nintendo GameBoy sondern auch mit vielen anderen älteren Konsolen und Heimcomputern. Er programmiert seine Musik für das jeweilige System und verändert nicht bloß die Soundtracks bekannter Spieleklassiker, so ähnelt sein Schaffen der Arbeit der damaligen Programmierer. Auch auf der Retrobörse (im Rahmen des Gamefest) in Berlin wird Tronimal seine Musik mit Hilfe einiger GameBoys präsentieren. Willkommen im digitalen Zeitalter.
www.facebook.com/tronimalmusic
www.soundcloud.com/tronimal
www.soundcloud.com/lowbitrevolte

Das Gamefest am Computerspielemuseum wird vom Computerspielemuseum in Kooperation mit der Stiftung Digitale Spielekultur im Rahmen der INTERNATINAL GAMES WEEK BERLIN veranstaltet und vom Medienboard Berlin Brandenburg gefördert.

Weitere Informationen: http://gamefest.computerspielemuseum.de

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